Die Rolle des Unternehmers

Die meisten Junggründer/innen sind in der Rolle des Selbständigen gefangen. Sie arbeiten ständig und selbst. Das ist am Anfang verständlich, aber so wird aus einem Jungunternehmer leider nie ein Unternehmer. 

Gründer müssen sich ihrer vier Rolle klar sein, die sie nicht delegieren können.

  • Kundenversteher
  • Geschäftsarchitekt
  • Basisökonom
  • Teambauer

Alles was nicht in diese Rollen fällt, müssen und sollten Sie als Gründer auch nicht machen. Konzentrieren Sie sich auf das, was nur Sie machen können.

Kundenversteher

Warum sollten Ihre Kunden Sie lieben?

Es ist nicht nur entscheidend zu wissen, wer Ihr Kunde ist und welche Aufgabe Sie für ihn über- nehmen können. Sie müssen auch jene Dinge über ihn in Erfahrung bringen, die ihm vielleicht gar nicht bewusst sind. Denn für Sie als Gründer ist es entscheidend, wie und warum Ihr Kunde sich für Sie entscheidet. Der Kundenversteher ist die erste Rolle für Sie als Unternehmer.

GeschäftsarchitektGeschäftsarchitekt legt Struktur fest

Wie Sie die Begeisterung für Ihre Kunden produzieren, und zwar wörtlich, bestimmt Ihre Geschäftsstruktur. Erst jetzt stellt sich die Frage, was Sie genau anbieten und produzieren und damit das Versprechen einlösen, das Sie mit dem Kundennutzen gemacht haben. Es geht jetzt um die sichtbare Seite Ihres Unternehmens. Sozusagen um das, was im Schaufenster liegt und wie es dahin gekommen ist.

Ein Architekt mauert nicht

Ein Architekt gestaltet ein Haus und seine Einzel- teile so, dass alles zusammenpasst und funktioniert. Er produziert die Bausteine allerdings nicht selbst; er mauert nicht und verlegt auch keine Leitungen, er sagt lediglich, was wo hingehört. Als Unternehmer gehen Sie genauso vor: Gewisse Elemente Ihrer Produktion lagern Sie aus, andere übertragen Sie an Fachkräfte. Es ist nicht Ihre Aufgabe als Geschäftsarchitekt, alles selbst zu machen, sondern den Überblick zu behalten.

Sie sehen: Als Unternehmer haben Sie bis jetzt zwei Rollen: »Kundenversteher« und »Geschäftsarchitekt«. Beide Rollen greifen eng ineinander, denn die Erkenntnisse aus der einen Sichtweise verbesserte die andere.

BasisökonomErtragsmodell

Sie müssen nicht Finanzexperte sein, um ein Unternehmen zu gründen, aber in Ihrer dritten Rolle als »Basisökonom« müssen Sie die grundlegenden finanziellen Gesetzmäßigkeiten oder die Ökonomie Ihres Geschäftes verstehen. Die Rolle des Unternehmers weiterlesen

Was ist aus all den Champions der ersten digitalen Welle geworden?

Diese Frage habe ich mir bei der Vorbereitung für meinen Vortrag zum Startup Camp Berlin gestellt.

Wir hatten in Deutschland mal Unternehmen, die ganz vorne bei der Digitalisierung dabei waren. Web.de als Portal oder gmx als Mailprovider, 1&1 als Hoster. Auch war die Deutsche Telekom mit t-online.de mal gross bei privaten Email-Adressen. Auch Xing war mal früh dabei.

In der Schweiz sieht es ähnlich aus. Bluewin, das Portal und Email-Provider der Swisscom, war früh dabei und gut. Search.ch war besser als Google, wenn es um die Einbindung von Karten ging. Maps24 war das Kartenportal, was mir gezeigt hat, wie cool und gut Online Routenplanung war. Seit Search.ch von einem grossen Medienhaus übernommen wurde, passiert gar nichts mehr.

Nur was ist aus all diesen ursprünglich tollen Ideen geworden?

Scheinbar ist es wichtiger aus diesen Unternehmen schon früh Cash herauszuziehen anstatt sie als Wachstumsfall zu betrachten.

Der Unternehmensgeist, der in diesen ehemaligen Champions steckt, ist einfach nicht auf Weiterentwicklung ausgerichtet, sondern allein auf die Optimierung der ersten Idee. Was für ein Trauerspiel, dieser Unternehmensgeist, diese Haltung.

Sehen wir nicht weiter? Können wir es nicht oder wollen wir es nicht?

Alles waren gute Dienste, teils sehr gute. Aber leider ist die eMail einfach eine Email geblieben. Scheinbar waren die Anbieter zufrieden, was sie einmal gebaut haben. Sie haben ein gute eMail gebaut, aber dann sind sie stehen geblieben.

Haben die deutschen Anbieter nicht gesehen, Was ist aus all den Champions der ersten digitalen Welle geworden? weiterlesen

Der Mensch oder der Unternehmensgeist bei Startups

Eine Firma, aus der man die Menschen wegdenkt, ist nur eine leere Fabrikhalle. Es gibt niemanden, der gute (oder schlechte) Produkte herstellt, es gibt niemanden, der das Telefon freundlich (oder unfreundlich) bedient, es gibt niemanden, der überzeugende (oder lasche) Präsentationen abhält. Und niemanden, der festlegt, ob man für das Wohl der Menschheit arbeitet oder für den eigenen Profit.
Es ist der Mensch, der ein Geschäft ausmacht. Der Mensch und das, wofür er steht.

Die Leute, die Sie einstellen, die Partner, mit denen Sie sich zusammentun, bilden den Unternehmensgeist.

Er kann sehr gut sein. Das ist gut.

Oder schlecht. Das ist eine Katastrophe.

Die meisten Gründer unterschätzen die Bedeutung des Teams und der Werte, die im Unternehmen gelebt werden sollen. Sie planen und designen munter ihr Geschäftsmodell, nur merken sie erst viel später, dass es ja Menschen sind, die all die Planung umsetzen müssen.

Nicht die Werte, die Sie auf Papier niedergeschrieben haben, sind entscheidend, sondern ihr Handeln. Ihr Handeln zeigt welche Werte Sie wirklich haben.

Teambauer = Kernaufgabe jedes Unternehmers

Wichtiger als das komplette Geschäftsmodell auszuarbeiten ist, dass Sie sich mit dem Team beschäftigen, dass das Geschäftsmodell überhaupt entwicklen und später auch umsetzen und leben wollen.

Die Aufgabe des Teambauers können Sie als Gründer nicht outsourcen. Das bleibt Ihre Kernaufgabe. Also üben Sie schon mal, ob Sie das richtige Team haben und ob das Team auch die gleichen, gelebten Werte teilt.

Unternehmensgeist: Wenn keine Einigkeit im Gründerteam herrscht

Ich bin auf eine tolle Seite gestossen: Let’s see what works. Eine Seite, wo Unternehmer beschreiben, was in der Realität funktioniert und was eben nicht.

Christian Häfner schreibt im letzten Beitrag, warum er beim Unternehmen Recommend.to ausgestiegen ist. Christian glaubt immer noch an die Idee. Mittels MVP (Minimal viable product) wurde die Idee getestet und auch diesen Zwischenschritt hat das Startup gut gemeistert.

So, warum steigt er jetzt aus? Hier sein Learning:

Einigkeit über die Strategie im Gründerteam ist die Grundvoraussetzung über jeden nächsten Schritt.

Der Unternehmensgeist ist der Schlüssel für den Erfolg von Startups

Gründer sind Menschen und keine Maschinen, die einfach eine Idee umsetzen. Der Unternehmensgeist muss neben all den MVPs, etc. stimmen. Vielleicht ist der Unternehmensgeist sogar wichtiger als die Idee selbst.

Im Buch schreibe ich viel über den Geist, der im Unternehmen herrschen kann. Er kann sehr gut sein, oder schlecht, wie im Beispiel vonRecommend.to. Und mit dem Schritt aus dem Unternehmen heraus, hofft Christian der Idee hinter dem Unternehmen wieder Luft zu geben, damit das Unternehmen abheben kann.

Anfänglich ist bei Startups, das Team und die gemeinsamen Werte wichtiger, als die Idee. Die Idee kann sich nur weiterentwickeln, wenn das Team stimmt. Die beste Idee wird nichts, wenn das Team nicht fundamentale Werte und Verhaltensweisen teilt!

Wer das Richtige gründen möchte, muss auch das richtige Team finden. Die Kernaufgaben des Unternehmers ist nicht nur ein Geschäftsmodell aufzubauen, dass beim Kunden funktioniert, sondern er muss auch Teambauer sein.

Haben Sie das Zeug zum Gründer? 14 Eigenschaften erfolgreicher Unternehmer

Heute ist es hipp Unternehmer zu werden, nur haben Sie das Potential dazu? Müssen Unternehmer Visionäre sein? Oder welche Eigenschaften und Kompetenzen braucht es dafür? Welche brauchen Sie, um Tech Unternehmer zu werden? Müssen Sie ein Guru im Programmieren sein oder müssen Sie eine Mischung von verschiedenen Kompetenzen und Eigenschaften sein?

Udacity, eine amerikanische Online-Academy mit starkem Fokus auf Technologie, hat eine Infographik dazu erstellt. Lohnt sich darauf zuschauen.