Tips, die Business Model Canvas zu verwenden

Menschen machen den Unterschied und Unternehmen

Geschäftsmodelle müssen für Menschen Sinn machen, aber wir behandeln die Canvas so als ob sie aus Bausteinen wäre, die man einfach so hin- und herschieben kann. Als Gründer haben Sie nur sich selbst und ihre persönlichen Werte, alles andere ändert sich noch. Überlegen Sie sich, welchen Sinn Ihr Unternehmer für Sie selbst stiftet, für ihre künftigen Mitgründer und für Ihre Kunden.

Geldverdienen ist kein Sinn eines Unternehmens. Geldverdienen ist die Folge, dass Sie etwas schaffen, das für Ihre Kunden grossen Sinn ergibt. Und dafür brauchen Sie Mitarbeiter, die zwar ein Gehalt brauchen, aber sich auch fragen, ob ihre Tätigkeit Sinn macht. Arbeiten Sie daran.

Arbeiten Sie mit offenen Fragen

Gründer sind toll im Verwenden von Buzzwords. So haben alle eine tolle Value Proposition oder einen „unfairen“ Vorteil. Nur, merkt der Kunden auch wirklich was davon?

Arbeiten Sie besser mit offenen Fragen: Was begeistert Ihre Kunden wirklich? Tips, die Business Model Canvas zu verwenden weiterlesen

Was bleibt gleich oder worauf soll ich mich als Unternehmer konzentrieren?

Neue Technologien wie künstliche Intelligenz werden marktreif. Innovation ist in aller Munde. Veränderung und Agilität wird gefordert. Nur wie soll man ein Unternehmen gründen, wenn sich alles ändert? Was bleibt gleich?

Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de, hat dazu eine paar interessante Ideen. Konzentriert Euch nicht auf das was sich verändert, sondern auf das, was konstant bleibt, sprich auf die Aufgaben, die ihr für Euren Kunden lösen wollt.

„In der digitalen Zukunft leben heißt für uns: Durch Innovationen machen wir das, was gleich bleiben wird, noch einfacher.“
Ralf Kleber, Amazon.de

Quelle: Produktion von http://www.learnity.com/ in Zusammenarbeit mit Stern.de

Ein gutes Argument für einen Pitch: Wie sieht das aus?

Die grosse Kunst ist nicht nur 2-Minuten lang zu pitchen, sondern schon in einem Satz zu sagen, wer sie sind und warum es sie aus Kundensicht geben muss. Das ist ihr Argument.

Lernen Sie, richtig zu argumentieren. Folgende Struktur hilft: »Das machen wir. Aus diesem Grund sind wir besonders. Das hat der Kunde davon.«

Beispiele:

Wir haben ein digitales Hörgerät entwickelt, das deutlich die Klarheit des Klangs erhöht, wodurch Kunden auch in vollen Räumen ihre Gesprächs- partner gut verstehen.

 

Wir haben ein Hörgerät für Babys entwickelt, das auch gehörlosen Babys ermöglicht, ganz natürlich durch das Hören das Sprechen zu erlernen. Somit verhindern wir, dass diese Menschen später als Taubstumme aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Wie sieht Ihr Argument aus? Haben Sie es schon getestet? Wenn Sie merken, dass Sie noch nicht so klar ihr Argument formulieren können, dann scheinen Sie noch Arbeit vor sich zu haben. Erst wenn Sie sauber argumentieren können, dann haben Sie Ihre Idee durchdacht.

Viel Erfolg!

Die Kunst des Pitchings

Oft wird erwartet, dass die Kunden von allein kommen werden, wenn das Produkt gut ist. Diese Art des Denkens ist gefährlich. Man muss sein Produkt verkaufen – also nicht ins Regal legen, sondern anpreisen. Dies wird auch »Pitching« genannt. Jede Idee ist nur so gut, wie sie verkauft wird.

Pitchen ist wie Dating

Stellen Sie sich ein Date vor, bei dem Sie Ihr Gegenüber nur zutexten und erzählen, wie großartig Sie sind. Da wecken Sie keine Neugier und kein Interesse. Sie langweilen. Schaffen Sie es aber, Beziehung herzustellen und sich nicht interessant zu machen, sondern unentbehrlich, werden Sie Erfolg haben.

Wecken Sie Neugier oder gar Liebe

So ist das auch beim Pitchen. Am Ende soll Ihr Gegenüber mehr über Sie wissen und Sie nicht mehr missen wollen. Die Kunst des Pitchings weiterlesen

Die Rolle des Unternehmers

Die meisten Junggründer/innen sind in der Rolle des Selbständigen gefangen. Sie arbeiten ständig und selbst. Das ist am Anfang verständlich, aber so wird aus einem Jungunternehmer leider nie ein Unternehmer. 

Gründer müssen sich ihrer vier Rolle klar sein, die sie nicht delegieren können.

  • Kundenversteher
  • Geschäftsarchitekt
  • Basisökonom
  • Teambauer

Alles was nicht in diese Rollen fällt, müssen und sollten Sie als Gründer auch nicht machen. Konzentrieren Sie sich auf das, was nur Sie machen können.

Kundenversteher

Warum sollten Ihre Kunden Sie lieben?

Es ist nicht nur entscheidend zu wissen, wer Ihr Kunde ist und welche Aufgabe Sie für ihn über- nehmen können. Sie müssen auch jene Dinge über ihn in Erfahrung bringen, die ihm vielleicht gar nicht bewusst sind. Denn für Sie als Gründer ist es entscheidend, wie und warum Ihr Kunde sich für Sie entscheidet. Der Kundenversteher ist die erste Rolle für Sie als Unternehmer.

GeschäftsarchitektGeschäftsarchitekt legt Struktur fest

Wie Sie die Begeisterung für Ihre Kunden produzieren, und zwar wörtlich, bestimmt Ihre Geschäftsstruktur. Erst jetzt stellt sich die Frage, was Sie genau anbieten und produzieren und damit das Versprechen einlösen, das Sie mit dem Kundennutzen gemacht haben. Es geht jetzt um die sichtbare Seite Ihres Unternehmens. Sozusagen um das, was im Schaufenster liegt und wie es dahin gekommen ist.

Ein Architekt mauert nicht

Ein Architekt gestaltet ein Haus und seine Einzel- teile so, dass alles zusammenpasst und funktioniert. Er produziert die Bausteine allerdings nicht selbst; er mauert nicht und verlegt auch keine Leitungen, er sagt lediglich, was wo hingehört. Als Unternehmer gehen Sie genauso vor: Gewisse Elemente Ihrer Produktion lagern Sie aus, andere übertragen Sie an Fachkräfte. Es ist nicht Ihre Aufgabe als Geschäftsarchitekt, alles selbst zu machen, sondern den Überblick zu behalten.

Sie sehen: Als Unternehmer haben Sie bis jetzt zwei Rollen: »Kundenversteher« und »Geschäftsarchitekt«. Beide Rollen greifen eng ineinander, denn die Erkenntnisse aus der einen Sichtweise verbesserte die andere.

BasisökonomErtragsmodell

Sie müssen nicht Finanzexperte sein, um ein Unternehmen zu gründen, aber in Ihrer dritten Rolle als »Basisökonom« müssen Sie die grundlegenden finanziellen Gesetzmäßigkeiten oder die Ökonomie Ihres Geschäftes verstehen. Die Rolle des Unternehmers weiterlesen

14 Tipps für Startups und Unternehmer

Was ist wirklich wichtig für Unternehmer? Wie kommen Startups zum fliegen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die nachstehende Präsentation, die bisher 190.000 Aufrufe bei Slideshare hatte.

Bitte bei Patrick.Staehler…fluidminds.ch melden, wenn ihr Slides als ppt Datei in Präsentation verwenden wollt.

5 Tipps, wie man Werkzeuge für Startups richtig nutzt

Werkzeuge wie die Business Model Canvas, die Lean Canvas oder MVPs sind bei Gründern beliebt. Was bringen die Werkzeuge wirklich? Wem nützen sie? Und wie sollten sie eingesetzt werden? Dazu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.

Überlegen Sie, welches Ziel Sie haben, und suchen Sie sich dann das richtige Werkzeug

Sie werden kein besserer Gründer, wenn Sie die Canvas lieblos mit Buzzwords füllen. Es ist egal, wie viele ‘Unfair Advantages’ Sie auf die Lean Canvas schreiben. Entscheidend ist, ob Sie mit Werkzeugen aus Ihrer Idee ein besseres Unternehmen bauen. Denn Werkzeuge sind nie falsch oder richtig, sondern für eine Aufgabe geeignet oder nicht:

Business Model Canvas
Abbildung 1: Geschäftsmodellkarte aus „Das Richtige gründen“, S. 28f. Klick auf Grafik zeigt vergrösstere Version

Die Business Model Canvas Methode (vgl. Abbildung 1) hilft bei der Entwicklung der richtigen Strategie und bei der Beantwortung der Frage Wer will ich als Unternehmen sein?’.

Das Ziel dieses statischen Analyseinstruments ist es, ein Zukunftsbild für das eigene Unternehmen zu entwerfen. Ursprünglich wurde das Geschäftsmodell als Beschreibungsrahmen Anfang 2000 mit der Idee entwickelt, Strategien in der digitalen Ökonomie besser zu beschreiben und zu entwickeln.

Für detailliertere Aufgaben, 5 Tipps, wie man Werkzeuge für Startups richtig nutzt weiterlesen

Was ist aus all den Champions der ersten digitalen Welle geworden?

Diese Frage habe ich mir bei der Vorbereitung für meinen Vortrag zum Startup Camp Berlin gestellt.

Wir hatten in Deutschland mal Unternehmen, die ganz vorne bei der Digitalisierung dabei waren. Web.de als Portal oder gmx als Mailprovider, 1&1 als Hoster. Auch war die Deutsche Telekom mit t-online.de mal gross bei privaten Email-Adressen. Auch Xing war mal früh dabei.

In der Schweiz sieht es ähnlich aus. Bluewin, das Portal und Email-Provider der Swisscom, war früh dabei und gut. Search.ch war besser als Google, wenn es um die Einbindung von Karten ging. Maps24 war das Kartenportal, was mir gezeigt hat, wie cool und gut Online Routenplanung war. Seit Search.ch von einem grossen Medienhaus übernommen wurde, passiert gar nichts mehr.

Nur was ist aus all diesen ursprünglich tollen Ideen geworden?

Scheinbar ist es wichtiger aus diesen Unternehmen schon früh Cash herauszuziehen anstatt sie als Wachstumsfall zu betrachten.

Der Unternehmensgeist, der in diesen ehemaligen Champions steckt, ist einfach nicht auf Weiterentwicklung ausgerichtet, sondern allein auf die Optimierung der ersten Idee. Was für ein Trauerspiel, dieser Unternehmensgeist, diese Haltung.

Sehen wir nicht weiter? Können wir es nicht oder wollen wir es nicht?

Alles waren gute Dienste, teils sehr gute. Aber leider ist die eMail einfach eine Email geblieben. Scheinbar waren die Anbieter zufrieden, was sie einmal gebaut haben. Sie haben ein gute eMail gebaut, aber dann sind sie stehen geblieben.

Haben die deutschen Anbieter nicht gesehen, Was ist aus all den Champions der ersten digitalen Welle geworden? weiterlesen

Warum sollte ihr Startup überhaupt existieren? Ihr Standpunkt

Viele Gründer erzählen mir, dass sie eine ganz tolle Idee hätten. Sie erläutern mir dann, was für ein fantastisches Produkt sie hätten und wenn sie schon weiter sind, erläutern sie mir ihr Geschäftsmodell.

Wenn sie geübt haben, dann hören sich die Geschichten immer gut an. Nur reicht das? Nein.

Was ist der Standpunkt, warum sie existieren sollen?

Ideen gibt es viele, nicht alle hören sich gut an, aber manche und trotzdem reicht mir das nicht.

Ich will vom Gründer immer wissen, was sein Standpunkt ist, warum es das Unternehmen aus Kunden- oder Marktsicht braucht. Ich will seine Customer Insights hören, warum Kunden diese Idee schätzen werden. Ich will wissen, wie er zu den Customer Insights gekommen ist und wie er sie validiert hat.

Sprich, mich interessiert am Anfang die Lösung weniger als die Frage, warum es aus Kundensicht überhaupt ein Problem gibt, was das Startup lösen möchte. Nur das interessiert mich.

Hier die Vorlage, die ich von jedem Startup aber auch von allen internen Venture-Ideen ausfüllen lasse:

Der Standpunkt warum wir existieren müssen

Und die meisten scheitern leider dort. Sie lieben ihre Idee und nicht ihre Kunden und deren Jobs-to-be-done. Wir hätten in Deutschland bessere Startups, wenn jeder Gründer seines Standpunktes klar wäre.

Also, liebe Gründer: Schreiben Sie ihren Standpunkt auf und überprüfen Sie immer wieder, ob er stimmt. Denn in der Phase sind alles Annahmen und keine Gewissheiten.